In Emmerich was de onmacht in het tekort aan artsen duidelijk

20-04/2018

(De article is alleen in Nederlands beschikbaar)

Der Ärztemangel ist da. In Emmerich. Im Kreis Kleve. Und die Lage wird sich verschlechtern. Das machte die Podiumsdiskussion zum Thema „Ärztliche Versorgung am Niederrhein“ im Stadttheater deutlich. Die Ärzteschaft ist überaltert, der Nachwuchs ist schwer von einer Niederlassung im Kreis Kleve zu überzeugen. Die Probleme sind derart grundlegeneder Art, dass sie nur in Berlin und Düsseldorf wirklich gelöst werden können. Auf lokaler Ebene lässt sich bestenfalls an kleineren Stellschrauben drehen. Dies kann aber nur dabei helfen, mit dem Mangel besser klarzukommen.

 

38 Hausärzte sind über 65 Jahre alt

Die Stabsstelle Demografie der Stadt Emmerich hatte eine interessante Diskussionsrunde zusammengestellt. Zunächst bat Moderator Moritz Lapp (Antenne Niederrhein) Barbara Nickesen auf die Bühne. Die hiesige Bezirksdirektorin der AOK konnte das Dilemma in Zahlen eindrucksvoll auf den Punkt bringen. 31 Stellen im Kreis Kleve waren 2017 nicht besetzt, vier in Emmerich und Rees.

 

Noch dramatischer ist der Blick auf die Altersstruktur der Allgemeinmediziner, Stand 2017. In Emmerich waren vier Hausärzte zwischen 60 und 64 Jahre alt, weitere vier über 65 Jahre. Im Kreis Kleve waren 38 Hausärzte über 65 Jahre: „Wenn wir die nicht hätten, wären wir schon ganz schlimm dran,“ sagte Nickesen. Womit aber auch klar wurde, in drei, vier Jahren ist man ganz schlimm dran.

Absurd mutet an, dass der Versorgungsgrad einer Region auf einer Rechnung Anfang der 90er basiert. Wenn dem Kreis Kleve ein kinderärztlicher Versorgungsgrad von 124 % attestiert wird, dann „ist das keine absolut relevante Zahl mehr“, erklärt Nickesen. Alle Kinderärzte seien total ausgelastet. Und dennoch ist wegen des Versorgungsgrades kein neuer Kinderarzt-Platz zu bekommen. „Unsere Hausärzte behandeln eine große Zahl von Kindern mit“, verrät Nickesen. Dafür werden sie dann bestraft, weil durchschnittlich ältere Patienten mehr Geld einbringen.

Wettbieten nicht der richtige Weg

Dann wurden Dr. Werner Regel, einziger niedergelassener Orthopäde Emmerichs; Dr. Birgit Magnus-Hawranek, Hausärztin, die mit drei weiteren Medizinern am Geistmarkt angesiedelt ist; Dr. Jochen Heger, Ärztlicher Direktor am Willibrord-Spital; Karl-Ferdinand von Fürstenberg, Stellvertretender Geschäftsführer Pro Homine; Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein und Bürgermeister Peter Hinze auf dem Podium begrüßt.

Nach der Wende, erklärte Bergmann, „wurde die Ärzteschwemme gebremst. Das rächt sich jetzt. Es wurde versäumt gegenzuwirken.“ Der Allgemeinmedizin werde an den Unis zu wenig Raum eingeräumt. Es würden zu wenig Ärzte ausgebildet: „Keiner kann sich einen Arzt backen.“

Welche Probleme gibt es noch? Dr. Regel berichtete von drei, vier Monaten Wartezeiten in seiner Facharztpraxis. Seine Arbeitszeit beträgt im Schnitt 60 Stunden die Woche. Abschreckend. Ferner können Mediziner in anderen Gegenden mehr Geld verdienen, wobei ein Wettbieten bei diesem bundesweiten Problem „nicht der richtige Weg“ sein könne, so der Bürgermeister. Im Gespräch mit jungen Medizinern hat Dr. Heger erkannt, dass eine Niederlassung für viele „nicht attraktiv“ sei.

Ansiedlungen am Spital?

Ein ganz großes Problem ist die Budgetierung. Der Gesamtumsatz pro Behandlungsfall im Quartal liegt in Dr. Regels Praxis bei 34 Euro; im Jahr 2000 waren es noch 53 Euro. Ein Trend gegen die Inflation. Dr. Magnus-Hawranek lieferte einen treffenden Vergleich: „Es ist, als ob ein Feuerwehrmann, der zu viele Liter im Jahr verbraucht hat, das Wasser zurückzahlen muss. Oder er müsste sagen: ‘Ich lösche nicht mehr’.“

Tatsächlich brennt es an dieser Stelle. Das Kommando „Wasser marsch“ kann nur aus Berlin kommen. Was wird getan? Die KV hat einen Strukturfonds gegründet, möchte Farmulaturen und Hospitanzen finanziell fördern. Sie versucht, auf KV-Börsen jungen Ärzten Ängste und Sorgen bei einer Ansiedlung im ländlichen Raum zu nehmen und sie berät Niederlassungsinteressierte.

Alles weitere sind Gedankenspiele: Mehr Gemeinschaftspraxen, in denen man sich gegenseitig vertritt. Konzentrierte Ansiedlungen am Spital, wo man gemeinsam die teure Technik nutzt. Pro Homine zeigt eine Bereitschaft, hausärztliche Aufgaben zu übernehmen, aber dafür müssen die Spielregeln geändert werden: „Darüber müsste man kreativ nachdenken“, so von Fürstenberg.

>>>ÄRZTE BRAUCHEN MEHR UNTERSTÜTZUNG FÜR NIEDERLASSUNG

Die bürokratischen Hürden einer Niederlassung scheinen hoch zu sein: Spitals-Internist Mark Lohmann merkte in der Diskussion an, dass es immer komplizierter wurde, je mehr er sich mit dem Thema beschäftige. Auch die KV habe da nicht gut beraten. Dr. Bergmann nahm die Kritik an.

(Quelle: NRZ, 18.04.2018)