Radboud UMC is een pionieer in de allernieuwste geneeskunde

16-08/2018

(Dieser Artikel steht nur in Niederländisch zur Verfügung)

 

 

Mehr als Zehntausend Mitarbeiter hat dieUniversitätsklinik und ist doch „auf den Menschen fokussiert“. Ein schicker Neubau steht nun an.

 

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Mehr als Zehntausend Mitarbeiter hat dieUniversitätsklinik und ist doch „auf den Menschen fokussiert“. Ein schicker Neubau steht nun an. Foto: NRZ

Nimwegen.   Die Nimweger Radboud-Universitätsklinik baut bürokratische Hemmnisse ab. Ärzte kommen auch mal zum Patienten – auch nach Kleve.

Ein Satz, der sich häufiger in Unfallmeldungen von Zeitungen am Niederrhein findet, lautet: „Der Verletzte wurde mit dem Rettungshubschrauber nach Nimwegen geflogen.“ In Kleve und im Umland weiß man, dass die Lage dann ernst ist – und dass dennoch Hoffnung besteht.

 

Denn Nimwegen, das steht in diesem Fall für das Universitätsklinikum der Stadt, das Radboud Universitair Medisch Centrum, oder, wie es in der Klever Nachbarstadt kurz genannt wird: Radboudumc. Die Klinik wurde 1956 gegründet und erhielt (wie die Universität selbst) 2004 den Namen des ehemaligen Bischofs von Utrecht, der sich im zehnten Jahrhundert im besonderen Maße um Mildtätigkeit verdient gemacht hat.

 

Der Mann, der den Dienst am Menschen in der Moderne zu definieren hat, heißt Leon van Halder. Der studierte Erziehungswissenschaftler ist seit 2015 Vorstandsvorsitzender der Universitätsklinik. Zuvor war er als Generalsekretär im niederländischen Gesundheitsministerium tätig.

Über Zehntausend Mitarbeiter

Er ist nun Chef von mehr als Zehntausend Mitarbeitern (darunter 120 aus Deutschland) und verantwortet einen Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro – Dimensionen eines Konzern. „Wir stehen an dritter Stelle von den acht Universitätskliniken in den Niederlanden“, sagt van Halder. „Wer für uns arbeitet, ist mit Leidenschaft dabei – und unser Anspruch, Spitzenmedizin zu leisten, ist Teil unserer DNA.“

Gerade wegen der Größe seines Krankenhauses, die natürlich sofort die Anmutung von Medizin als anonymen Massenbetrieb erweckt, versucht der Klinikchef, das Radboudumc besonders zu positionieren. „Wir wollen innovativ sein – und wir sind auf den Menschen fokussiert“, so van Halder.

Aber wie soll das gehen? Der Ansatz betreffe Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen, so van Halder. Für die Patienten nennt er ein Beispiel, das auch die Krankenhäuser jenseits der Grenze in Deutschland betrifft. Anders als andere Universitätskliniken in den Niederlanden setzt das Radboud-umc nicht auf Aufkäufe kleinerer Krankenhäuser, um zu wachsen, sondern auf Kooperation mit den Kliniken.

„Das heißt, dass dann der [Radboud-]Arzt auch mal zum Patienten in sein lokales Krankenhaus kommt und nicht der Patient zum Arzt kommen muss“, erklärt van Halder seinen Ansatz. Das betrifft auch die Zusammenarbeit mit dem Katholischen Karl-Leisner-Klinikum (Kleve, Goch, Kevelaer, Kalkar) – bei komplexeren Operationen könne es schon einmal vorkommen, dass der deutsche Arzt auf dem kurzen Dienstwege seinen Radboud-Kollegen zu einer Operation hinzuzieht. Wenn das Krankheitsgeschehen hingegen komplexer werde, werde der Klinikkomplex an der Comeniuslaan im Osten Nimwegens die Adresse der Wahl für die Behandlung.

Informelle Mitarbeiterversammlungen

Die Fokussierung auf den Menschen lebt van Halder in Sachen Mitarbeiterführung selbst vor. In informellen Mitarbeiterversammlungen, die im Niederländischen „zeepkistsessie“ (Seifenkistensitzung) heißen, weil sich der Vortragende in lockerer Runde auf eine „Seifenkiste“ stellt, hat er persönlich bisher mit 3500 Mitarbeitern Kontakt aufgenommen – und gemeinsam mit ihnen besprochen, wie man menschenorientiert und innovativ arbeiten kann.

Gleichzeitig steht das Radboud-umc wie nur wenige andere Krankenhäuser für innovative medizinische Ansätze. Und einer, der dabei ganz vorne mitmischt, ist ein Arzt aus Deutschland. Prof.Dr. Dietmar Ulrich leitet die Abteilung für plastische Chirurgie.

Der Mediziner ist seit sechs Jahren in Nimwegen tätig, vorher hat er im Raum Aachen gearbeitet. Das heißt, er kennt die Probleme von Krankenhäusern in Grenzgebieten – wenn beispielsweise ein Unfallopfer nicht ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht wird, weil im Kopf die Grenze noch existiert.

Solche bürokratischen Hemmnisse baut das Nimweger Krankenhaus gezielt ab. Mit der AOK Rheinland wurde beispielsweise ein Vertrag abgeschlossen, der Patienten auch ermöglicht, sich in Nimwegen behandeln zu lassen. Für deutsche Patienten bestehen keine langen Wartezeiten.

Klinikdirektor Ulrich geht mit dem Einsatz von 3-D-Technologie ganz neue Wege. Zwei Beispiele: Bei Frauen, die wegen einer Krebserkrankung an der Brust operiert werden müssen, werden vor Operation dreidimensionale Aufnahmen der Brüste angefertigt – sie liefern weitaus genauere Anhaltspunkte für die später erfolgende Rekonstruktion der Brust.

Knochenersatz in 3D

Noch ausgefeilter ist die 3-D-Technologie, wenn es um Knochenersatz zum Beispiel beim Unterkiefer geht. Solche Knochenplastiken werden beispielsweise dem Wadenbein entnommen. Bisher war man dabei auf ein gutes Auge des Chirurgen angewiesen. Dank der neuen Technik können die erforderlichen Ersatzstücke präzise aus dem Knochen herausgelöst und passgenau in den Kiefer eingesetzt werden. „Wir sehen uns als Vorreiter für Spitzenmedizin“, sagt Ulrich.

Von innovativen Ansätzen können auch Patienten mit speziellen Formen des Schlaganfalls profitieren, denen in Nimwegen mit einer neuartigen Stent-Therapie geholfen werden kann. Oder schwer verletzte Kinder, denn das Radboudumc baut gerade ein Brandwundenzentrum für Kinder auf – einzigartig in den Niederlanden und auch jenseits der Grenze.

(Quelle: NRZ, 4. August 2018)