Junior artsen voor de Niederrhein

20-08/2018

(Dit artikel is alleen beschikbaar in het Duits)

Ärzte-Nachwuchs für den Niederrhein

Mit verschiedenen Programmen, darunter „LVR-Klinik-Start“, wirbt Bedburg-Hau um junge Ärzte für die Psychiatrie. Klinik-Direktorin Anita Thönnessen-Schlack erntet schon die ersten Früchte ihrer Bemühungen.

„Unsere jungen Assistenzärzte werden sehr intensiv angeleitet und begleitet. Als neue Weiterbildungsbefugte für diesen Fachbereich habe ich bislang sehr viel Zeit investiert mit dem Leitgedanken, nicht an Morgen, sondern vor allem an die nächsten Jahre zu denken“, sagt Tönnesen-Schlack. Speziell für diese Gruppe habe sie mit Anneliese Schicks, der Weiterbildungsbeauftragten der LVR-Klinik, ein eigenes Weiterbildungsprogramm entwickelt. „In diesem Jahr hat auch dies bereits Früchte getragen: Ich bin total stolz auf unsere Assistentenschaft und freue mich so sehr, dass wir in diesem Jahr aus unserem Kreis gleich fünf Personen erfolgreich in die Facharztprüfung führen dürfen“, sagt sie. Das ist die eine Seite - die Betreuung der jungen Ärzte, die schon in der Klinik sind.

Erste Früchte trägt auch das neue Stipendien-Programm des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), der seit einigen Jahren auf die finanzielle und berufliche Unterstützung von Medizinstudenten für die Psychiatrie setzt, die für die LVR-Kliniken gewonnen werden sollen. Mit Catherine Dangadze hat die erste Ärztin aus diesem Programm jetzt ihren Dienst in Bedburg-Hau angetreten. Dangadze hat in Köln studiert und befindet sich in der LVR-Klinik in der Facharztweiterbildung zur Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Während Ihres Studiums in Köln war sie Teilnehmerin des Stipendiumprogramms, das 2012 erstmals aufgelegt wurde. Es beinhaltet zinslose Darlehen, die monatlich während des Studiums wie Bafög ausgezahlt werden, aber auch theoretische und praktische Einblicke in psychiatrische Themen und auch meist eintägige Hospitationen vor Ort in den LVR-Kliniken“, erklärt Tönnesen-Schlack.

Wenn man nach Beendigung des Studiums an einer LVR-Klinik einen Arbeitsvertrag als Assistenzärztin oder Assistenzarzt abschließe, übernehme diese Klinik die Tilgungsraten, ansonsten bezahle man halt selbst ohne weitere Auflagen das Darlehen zurück.

Catherine Dangadze gehört zu den Studierenden, die jetzt, knapp sechs Jahre nachdem das Programm aufgelegt wurde, von den Unis an die Kliniken kommen. „Das ist eben ein langer Weg“, sagt Tönnesen-Schlack - und freut sich, dass ihre Klinik in Bedburg-Hau schon jetzt davon profitieren kann. Auch langfristig gedacht.

 

Denn die junge Ärztin fühlt sich hier in einer der größten psychiatrischen Kliniken in Nordrhein-Westfalen mit ihrem entsprechend breiten Angebot sehr gut aufgenommen und findet den Niederrhein sehr attraktiv - vor allem für Familien mit Kindern. „Ich habe hier viel berufliche Unterstützung, ausgesprochene Kollegialität und Gemeinschaft erfahren. Die gute und günstige Wohnsituation ist schätzenswert, die Landschaft schön und die Umgebung bietet tolle Freizeitmöglichkeiten“, sagt die gebürtige Georgierin.

„Unabhängig von dem Stipendienprogramm haben wir im letzten Jahr sehr viele, vor allem junge Ärzte eingestellt, die aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern stammen, dort studiert und erst gerade ihr Studium abgeschlossen haben“, sagt die Direktorin der LVR-Klinik Bedburg-Hau. Meist haben diese zuvor monatelang auf ihre Berufserlaubnis oder ihre Approbation gewartet, währenddessen haben sie in der Klinik auf den Stationen hospitiert, Deutsch gelernt und im Personalwohnheim gewohnt. „Sie können sich sicher vorstellen, dass gerade dieses junge Kollegium sehr viel Anleitung, Aufklärung, Zuwendung und natürlich auch Fürsorge benötigt“, sagt Tönnesen-Schlack.

Dennoch: Die Sorgen um den Nachwuchs in allen Berufsgruppen bleiben. „Trotzdem haben wir immer wieder Weiterbildungsstellen und auch leitende Arztstellen frei, nicht nur wegen Kündigungen, sondern auch wegen Berentungen und Schwangerschaften mit längerer Elternzeit. Der Frauenanteil wächst kontinuierlich bei all unseren Berufsgruppen“, sagt Tönnesen-Schlack. Nachwuchssorgen habe die LVR-Klinik sonst insbesondere im Bereich der Pflege. Hier hat sie einen Hoffnungsschimmer: „Wir sind deshalb glücklich, eine eigene Krankenpflegeschule zu betreiben“, sagt sie.

(Quelle: rp-online, 14. August 2018, Autor: Matthias Grass)