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Kuipers: Krankenhäuser müssen wartende Patienten weiterleiten

09-06/2022

Während der Corona-Phase wurde das Krankenhauspersonal vor allem für die Versorgung der Corona-Patienten auf den Intensivstationen benötigt, was dazu führte, dass andere Patienten, die keinen akuten oder lebensbedrohlichen Pflegebedarf hatten, auf eine Warteliste gesetzt wurden. Die Beseitigung dieser aufgeschobenen Versorgung ist noch nicht weit genug fortgeschritten und führt noch nicht zu einem Abbau der Warteliste, wie kürzlich in einem Bericht der niederländischen Gesundheitsbehörde festgestellt wurde. Die VVD-Abgeordnete Judith Tielen wollte in der wöchentlichen Fragestunde im niederländischen Abgeordnetenhaus wissen, ob Minister Kuipers das deutsche Angebot, niederländischen Patienten zu helfen, in Anspruch nehmen werde. Die NOS berichtete darüber am Montag.

 

Abhärten
Kuipers sieht dies als letzten Schritt, sagte er vor dem Parlament. Wir müssen zunächst alle Möglichkeiten in den Niederlanden ausschöpfen. Die Krankenhäuser müssen ihr Engagement verstärken. Mai und Juni sind die perfekten Monate, um die Warteliste so weit wie möglich abzubauen. Zurzeit gebe es kaum Covid-Patienten, und es sei auch keine Ferienzeit, sagte der Minister.

 

Unabhängige Kliniken
Außerdem müssen die Krankenhäuser die Patienten früher als bisher an ein anderes Krankenhaus verweisen und ihre Patienten aktiv darüber informieren, dass sie ihre Krankenkasse um Vermittlung auf der Warteliste bitten können, meint Kuipers. Die Patienten können auch an unabhängige Kliniken überwiesen werden.

 

Nachsorge
Nur wenn häufigere Überweisungen durch Krankenhäuser, die Vermittlung von Wartelisten durch die Krankenkassen und der Einsatz unabhängiger Kliniken nicht dazu beitragen, die derzeitige Warteliste deutlich zu verkürzen, können Deutschland oder Belgien in Betracht gezogen werden, meint Kuipers. "Das deutsche Angebot klingt ideal, hat aber auch seine Grenzen." Für Patienten, die weit entfernt von den Nachbarländern leben, ist das nicht angenehm. Probleme gibt es auch bei der Behandlung im Ausland, wenn eine Nachsorge erforderlich ist.

Der Minister schließt jedoch nicht aus, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch Hilfe aus dem Ausland angenommen wird. "Jeder Patient auf einer Warteliste ist einer zu viel." (ANP)